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Altenaffeln und der Eisen-Erzbergbau

von Oliver Glasmacher


Einleitung
Wenn wir in diesem Beitrag die Geschichte des Erzbergbaues um Altenaffeln vorstellen, so wollen wir anhand der historischen Quellen dem Leser eine Vorstellung vermitteln, die ihn erahnen lässt, welche Bedeutung der Erzbergbau vom Mittelalter bis zur Neuzeit im Leben der Altenaffelner hatte.

Im Mittelalter lag Altenaffeln in der Geverner Mark. Das Gebiet der Geverner Mark lag teils in der Grafschaft Mark, teils in der Graftschaft Arnsberg.

In den folgenden Jahren mehrten sich die Grenzstreitigkeiten zwischen den Grafschaften und die (Alten-)Affelner mittendrin. Neben der Bedeutung als strittige Grenze zwischen den Territorien befanden sich in diesen Bergen auch hoch interessante Vorkommen für Eisenerz. [1] Die (Alten-)Affelner konnten sich nicht immer sicher sein, wer für die Erze aus den Waldungen der Zehntberechtigte war, und so war auch öfter Gewalt der Ausdruck der jeweiligen Obrigkeit um den Anspruch durchzusetzen. Zu den Quellen später mehr.

Im Rahmen der gegenseitigen „Aufrüstaktionen“ - also Befestigung von Gemeinden zu Freiheiten (Allendorf 1407) und Errichtung von Stadtmauern auf der Gegenseite der Grafen von der Mark - bedeutete dies auch für Affeln 1492 die Erhebung zur Freiheit. Frau Thomas beweist anhand von Quellen, dass auch Affeln ausdrücklich eine Grenzbefestigung darstellte. [1]


1. Historisches zum Bergbau um Altenaffeln.

Erste schriftliche Quelle ist die Geverner Markenrolle von 1400. Darin wird erwähnt:
"vorth warden daerjenige iserensteine gefunden, die derde theil ist des Graven von der Marke und die zwey drittel der erven".
Auf Hochdeutsch heißt das, 1/3 der gefundenen Eisensteine werden an den Grafen abgeführt, 2/3 gehört den Markgenossen. [2]

Um 1521 kam es zum Streit, da die Grafen von der Mark/Kleve den 10.Anteil aus den Erzgruben beanspruchten. 1527 behauptet der märkische Amtsmann, dass von Alters her der Zehnte an das Amt Schwarzenberg in der Mark gezahlt werde. Die Gegenseite führt aus, die Alten- und Kirchaffelner seien gleichermaßen berechtigt, da die Bergwerke im kurkölnischen Bereich lägen.

Dies führt in den folgenden Jahren zum Dauerstreit wovon folgende Delikte nachlesbar sind:
1547 läßt der Amtmann von Balve die Gruben "up dem Soinckhausen" zuwerfen und die Gerätschaften wegnehmen.

1555 wird darüber in Wetter verhandelt (Wettersche Prozesse). Es waren in der vorausgegangenen Jahren immer wieder zu Übergriffen gekommen. Eine Partei zerstörte der anderen Partei die Haspelanlagen, die andere setzte Arbeiter der anderen Partei fest usw. Die Kurkölnische Seite (Westfalen) behauptet das Bergwerk sei ursprünglich durch Leute aus Affeln und Allendorf abgebaut worden und dem Amtsmann in Balve sei der "Zehntstein" entrichtet worden. Erst im Jahre 1540 habe sich der Amtsmann auf Burg Schwarzenberg für Mark-Kleve "die Nutzung angemaßt". Die Gegenseite Mark-Kleve behauptet jedoch, das Bergwerk laege voellig im Amt Schwarzenberg und 1526 wäre die Anmaßung, den Bergzehnt einzutreiben berichtigt worden.

1688 erwähnt Jakob am Ende in seinem Bericht, „was das Isenbergwerk auf der Bracht (auf der Brecht oder Bleemke bei Plettenberg) belanget, befindet sich aus einer alten Relation, daß der ungefähr vor 80 Jahren daselbst gefundene Eysenstein sehr fret und ohne Zusatz nicht hat verarbeitet werden können.“[3]

Schmidt schreibt dass im 17.JH "in der Ysern Groven up der Bracht" sind in dieser Zeit einmal 2 Leute "verschmoekt und umbgekommen". [3]

Weitere Gruben werden am Kahlenberg nördlich Affeln erwähnt. [1]

Ende des 19.Jahrhunderts ist aller Eisenerzbergbau im Eisenerzdistriktfeld Bracht konsolidiert und es wird an vielen Orten in der Berechtsame nach lohnenden Vorkommen geschürft, so z.B. Wittenländern bei Altenaffeln [4] Geregelter Abbau wird zu dieser Zeit vor allem in der Hermannszeche untertägig am Brandige Kopf bzw. auf der Bracht noch bis in die 1930iger Jahre betrieben. Dann werden nur noch Aufschluß- und Instandsetzungsarbeiten durchgeführt. 1935 werden letztlich Versuchsbohrungen vorgenommen die jedoch keine Interessanten Aufschlüsse bringen. Somit Endet die Geschichte der Grube und die Bedeutung des Bergbaues für Altenaffeln.


2. Denkmäler des Bergbaues „auf der Bracht“.

Heute findet man an vielen Orten in der Homert Überreste des historischen Bergbaues. Häufig sind es Pingen (Schürflöcher), Erdkuhlen und Haldenreste die vereinzelt als Reste von Schächten oder Schürfen zu finden sind.

Größere Pingenfelder finden wir am „Brandige Kopf“. An der Oberfläche auftretenden Vorkommen sind als umfangreicher Tagebau, sowie in den Randbereiches des Tagebaues mittels Schächten als Bergbau betrieben worden.

Heute haben sich der Tagebau als große Kuhle sowie im anschließenden nördlichen Randbereich ein Pingenfeld sowie in der Fortsetzung des Ganges nach Nordost und Südwest Pingenzüge erhalten. Die Pingenzüge nach Nord/Ost führen zum Tagebruch des Carlstollens und begleiten diesen zum Trafohaus und Resten des Hauptförderschachtes aus dem 19.JH. In dem Tal vor dem Allendorfer Carlstollen führt ein Wanderwegs vorbei und der Allendorfer Heimatverein Fickeltünnes hat einige Tafeln aufgestellt die auf die Denkmäler hinweisen. Der Neuzeitliche Bergbau gehört eher nach Allendorf bzw. Sundern, wobei sicher auch der eine oder andere Altenaffelner Arbeit gefunden hat.

Quellen:

[1] Thomas, Susanne, Montanwesen und Metallgewerbe als Siedlungsimpuls im märkischen Grenzraum Plettenberg im Spätmittelalter in: Märkisches Jahrbuch für Geschichte, Witten 2001
[2] Waltermann, Die Geverner Mark in: Der Märker 4, Jahrgang 3 /4 1955
[3] Peter Fromann (1954) Die Geschichte der Gemeinden Plettenberg, Ohle und Herscheid, Altena
[4] Betriebsakten des Eisenerzdistrikfeldes Bracht


Inhaltliche Bemerkungen, Bilder etc. bitte an Oliver Glasmacher

Mai, 2005